Mittwoch, 27. Oktober 2010

Öffentlicher Nahverkehr – unverändert unzuverlässig

Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) darf sich nicht über die rückläufigen Fahrgastzahlen beklagen. Das sich immer mehr Fahrgäste anderen Verkehrsmitteln zuwenden ist zum großen Teil selbstverschuldet. Zugausfälle und Verspätungen sind ein Thema, besonders die S-Bahnen sind extrem unzuverlässig. Verspätungen sind die Regel. Es darf sich auch niemand wundern, dass der öffentliche Nahverkehr im Vergleich zum Auto immer mehr an Attraktivität verliert. Die Schwachstellen im HVV sind offensichtlich: Die Verkehrsanbindung einiger Stadtteile und die Ausrichtung der U- /und S-Bahnnetzes weist deutliche Mängel auf. Diese Defizite lassen viele Menschen, die aus ökologischer Sicht den öffentlichen Nahverkehr bevorzugen würden, unfreiwillig zu Autofahrern werden. Die meisten Schnellbahnlinien sind von Peripher nach Zentral zur Innenstadt hin ausgerichtet. All diejenigen, die sich nicht entsprechend dieser Verkehrsachsen bewegen, müssen mit deutlich längeren Fahrzeiten rechnen.

Ein Beispiel soll dies verdeutlichen: Versuchen Sie einmal von Niendorf-Nord nach Bahrenfeld in die Nähe des Gastwerks zu kommen. Laut Fahrplan dauert die Reise 40 Minuten plus zweimal 6 Minuten Fußweg, macht zusammen 52 Minuten, soweit die Theorie. In der Praxis muss ich mich häufig auf eine Fahrdauer von mindestens 1 Stunde einstellen, weil die Umsteige-Verbindung in die S-Bahn Richtung Altona / Blankenese Verspätung hat. Besonders negativ für die Bahn fällt der Vergleich mit anderen Verkehrsmitteln aus. Mit dem Auto benötige ich an 80 Prozent aller Tage zwischen 17 und 23 Minuten. Auch das Fahrrad braucht den Vergleich mit dem HVV nicht scheuen: An 90 Prozent aller Tage bin ich mit dem Fahrrad ca. 40 (± 2) Minuten unterwegs und damit immer noch 10 Minuten schneller als bei einem optimalen Bahnanschluss. Wie schlecht die Verbindung aus dem Ernst-Mittelbach-Ring in Niendorf in die Gasstraße nach Bahrenfeld wirklich ist, wird deutlich beim Vergleich zum Laufen. Wenn ich in guter körperlicher Verfassung bin, schaffe ich die Strecke (als trainierter Marathonläufer) in der gleichen Zeit wie der HVV.

Bei diesen Fahrzeiten mit der Bahn überrascht es nicht mehr, dass viele Menschen das Auto bevorzugen.

Suchbegriffe:
öffentlicher Nahverkehr Hamburg, Verspätung S-Bahn, HVV, schlechte Verkehrsanbindung, unpünktlich S-Bahn


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Kommentare:

  1. Angesichts der Diskussionen um die Stadtbahn und U4 wird sich in Hamburg auch nichts ändern! Die nötigen Quer-Ring-Verbindungen lassen sich heute nicht mehr durchsetzten. ÖPNV ja aber nicht vor meiner Haustür und Geld kosten darf es auch nicht. Wenn unsere Ur-Großväter schon so gedacht hätten, wir wir heute denken und handeln, hätte Hamburg nicht eine einzige U-Bahn-Strecke.

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